01 / Orientierung
Welche Bereiche umfasst der Schutz?
Versichert wird der im Versicherungsschein bezeichnete land- oder forstwirtschaftliche Betrieb. Der Vertrag umfasst nach § 27 daneben den privaten Bereich, die Arbeitgeberrolle und eine nicht selbstständige berufliche Tätigkeit. Im Immobilienbereich werden unter anderem land- oder forstwirtschaftlich genutzte eigene, gepachtete und verpachtete Grundstücke sowie die bedingungsgemäßen selbst bewohnten Wohneinheiten erfasst.[1]
Zum Verkehrsbereich gehören die in den Bedingungen beschriebenen Fahrzeuge und Rollen. Die Leistungsarten reichen von Schadenersatz-, Arbeits- und Vertragsrechtsschutz bis zu Steuer-, Sozial- und Verwaltungsrechtsschutz. Daraus folgt kein Schutz für jede Rechtsfrage: Die jeweiligen Leistungsbeschreibungen, Ausschlüsse und Voraussetzungen bleiben maßgeblich.[1][2]
02 / Orientierung
Hofladen, Photovoltaik oder weiterer Betrieb: Was muss in den Vertrag?
Zum bezeichneten Betrieb gehören nach § 27 Abs. 1 Buchst. a die zugehörigen nicht gewerbesteuerpflichtigen land- oder forstwirtschaftlichen Nebenbetriebe. Gewerbesteuerpflichtige Nebenbetriebe sind nur bei besonderer Vereinbarung mitversichert und müssen im Versicherungsschein genannt sein. Entscheidend sind die tatsächliche Tätigkeit und ihre Einordnung, nicht allein die Bezeichnung „Hofladen“ oder „Nebenbetrieb“.[1][3]
Das Betriebsrisiko von Photovoltaikanlagen ist ausdrücklich angesprochen. Streitigkeiten über Anschaffung und Installation sind davon ausgenommen. Melden Sie daher alle zusätzlichen Tätigkeiten, Anlagen und Änderungen, damit der Umfang vor einem Streit geklärt werden kann.[1][3]
03 / Orientierung
Welche besonderen Verfahren sind mitversichert?
Für die folgenden drei Erweiterungen regelt § 27 Abs. 4 jeweils eine Versicherungssumme von 30.000 Euro je Versicherungsfall. Im ARAG Aktiv-Rechtsschutz für Landwirte muss der maßgebliche Versicherungsfall dabei nach Ablauf von drei Monaten ab Versicherungsbeginn innerhalb des versicherten Zeitraums eintreten. Das ist keine pauschale Wartezeit für alle Leistungen.[4]
| Verfahren | Grenze | Wichtige Einschränkung |
|---|---|---|
| Kürzung landwirtschaftlicher EU-Direktzahlungen | Grenze30.000 Euro je Versicherungsfall | Wichtige EinschränkungNur die beschriebenen verwaltungsrechtlichen Cross-Compliance-Angelegenheiten. Bei rechtskräftig festgestelltem Vorsatz müssen erbrachte Leistungen zurückgezahlt werden.[4] |
| Enteignung, Planfeststellung und Flurbereinigung | Grenze30.000 Euro je Versicherungsfall | Wichtige EinschränkungDrei Monate Wartezeit und die weiteren Voraussetzungen aus § 27 Abs. 4 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 Buchst. d, Abs. 2 und 3.[4] |
| Einmalige Erschließungs- und sonstige Anliegerabgaben | Grenze30.000 Euro je Versicherungsfall | Wichtige EinschränkungEbenfalls drei Monate Wartezeit. Der Schutz betrifft Rechtsverfolgungskosten, nicht die Übernahme der Abgabe selbst.[4][7] |
04 / Orientierung
Sind Familie, Altenteiler und Beschäftigte eingeschlossen?
§ 27 Abs. 2 nennt Partner, minderjährige Kinder und bestimmte volljährige Kinder sowie weitere Personen unter jeweils eigenen Voraussetzungen. Bei Altenteilern, mitarbeitenden Mitinhabern und Hoferben spielen unter anderem Tätigkeit, Wohnort und familiäre Zugehörigkeit eine Rolle. Eine pauschale Mitversicherung sämtlicher Angehöriger lässt sich daraus nicht ableiten.[5]
Beschäftigte sind mitversichert, soweit sie beruflich für Sie im versicherten Betrieb tätig sind. Für berechtigte Fahrer und Insassen gelten zusätzliche Regelungen im Verkehrsbereich. Stimmen Sie Personenkreis, Wohnsituation und Fahrzeugzuordnung deshalb konkret ab.[5]
05 / Orientierung
Was sollte vor einem Angebot feststehen?
Notieren Sie Hauptbetrieb, sämtliche Nebenbetriebe, steuerliche Einordnung, Grundstücke und Gebäude, Beschäftigte, mitarbeitende Angehörige und Fahrzeuge. Ergänzen Sie vorhandenen Rechtsschutz und bereits bekannte Streitigkeiten. So kann die Anfrage die tatsächlichen Betriebsrisiken abbilden.
Für Rechtsschutz in Ehe- und Unterhaltssachen sowie erweiterten Strafrechtsschutz sind besondere Vereinbarungen vorgesehen. Selbstbeteiligung und konkrete Vertragsgestaltung ergeben sich aus dem Angebot und Versicherungsschein. Der Schutz ist keine Zusage für bereits bekannte Konflikte und keine Erstattung von Geldstrafen, Kaufpreisen oder Schadenersatzforderungen gegen Sie.[6][7]
Häufige Fragen
Sind gewerbesteuerpflichtige Nebenbetriebe automatisch versichert?
Nein. Nach § 27 Abs. 7 ist eine besondere Vereinbarung nötig; der Nebenbetrieb muss im Versicherungsschein genannt sein. Erfassen Sie deshalb alle zusätzlichen Tätigkeiten vor dem Abschluss.[3]
Sind Streitigkeiten beim Kauf einer Photovoltaikanlage erfasst?
Das in § 27 genannte Photovoltaik-Betriebsrisiko umfasst nicht die Risiken aus Anschaffung und Installation. Ein Streit über den Kauf oder Einbau darf daher nicht allein mit dieser Klausel als versichert angesehen werden.[1][3]
Gilt für Landwirtschaftsrechtsschutz immer eine Wartezeit von drei Monaten?
Die hier genannten drei Monate beziehen sich auf die besonderen Verfahren nach § 27 Abs. 4 des ARAG Aktiv-Rechtsschutzes für Landwirte. Für andere Leistungsarten muss die jeweilige Regelung geprüft werden; eine einheitliche Aussage für den gesamten Vertrag wäre zu pauschal.[4]
Was kostet der Landwirtschaftsrechtsschutz?
Das lässt sich aus dem Bedingungstext nicht als einheitlicher Beitrag ableiten. Benötigt werden insbesondere die Betriebs- und Nebenbetriebsdaten sowie die gewünschte Vertragsgestaltung. Sie erhalten ein konkretes Angebot mit Beitrag, Selbstbeteiligung und Leistungsumfang.
Ihre Situation persönlich einordnen
Wir besprechen Ihren land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb einschließlich Nebenbetrieben und Personenkreis. Daraus entsteht die Grundlage für ein passendes ARAG-Angebot.
Fundstellen und fachliche Einordnung
Geprüft am 29. September 2026. Die Fundstellen zeigen die Grundlage der jeweiligen Aussage. Bei Versicherungsbedingungen ist die in Ihrem Vertrag vereinbarte Fassung maßgeblich.
- Versicherte Betriebs- und Lebensbereiche
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 1 Buchst. a–e.
- Enthaltene Leistungsarten
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 3 in Verbindung mit den jeweils genannten Leistungsbeschreibungen; Ausschlüsse: § 3.
- Gewerbesteuerpflichtige Nebenbetriebe
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 7.
- Besondere Verfahren, Grenzen und Wartezeit
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 4 Buchst. a–c einschließlich des abschließenden Wartezeitabsatzes; Verweisung auf § 4 Abs. 1 Buchst. d, Abs. 2 und 3.
- Mitversicherte Personen
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 2 Buchst. a–g; Voraussetzungen im Verkehrsbereich: Abs. 5.
- Gesondert vereinbarte Erweiterungen
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 27 Abs. 6.
- Rechtsverfolgungskosten und zeitliche Voraussetzungen
ARAG Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung, ARB 2026, Stand 03.2026, § 5 Abs. 1–4 und § 4 Abs. 1–3. Die Leistung betrifft die dort geregelten Kosten, nicht den wirtschaftlichen Gegenstand des Streits.
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